Antiken Boote des Comer Sees

Gondole und Comballi: die Boote des Comer Sees in der Vergangenheit.

In den vergangenen Jahrhunderten erfüllte der Comer See die Aufgabe eines aussergewöhlichen Kommunikationswegs. Boote jeder Grösse verbanden so die Ufer und entlegenen Enden des Sees, für Handels-, Arbeits-, aber auch militärische Zwecke. Das am weitesten verbreitete Boot war das für die Fischerei eingesetzte Batel, bei dem auf drei Bögen eine Plane zum Schutz der Fischer gegen Regen und die brennende Sonne gespannt war. Jedes dieser Boot war unter dem Namen Lucia bekannt, beruhend auf einer Episode des berühmeten Romans von Manzoni, in der die Hauptperson es zur Flucht benutzt. Neben diesen kleinen Fischerbooten gab es grosse Segelschiffe zum Warentransport: die Gondole Lariane und die Comballi.

Die Gondole Lariane waren grosse Segelboote aus Holz, ausgestattet mit Mast, römischem Segel und Ruder. Die Länge variierte zwischen 12 und 28 Meteren, die Breite zwischen 3 und 7 Metern, es konnten Lasten zwischen 15 und 100 Tonnen transportiert werden, Holzbögen erlaubten es, grosse Teile des Bootes mit einer Plane abzudecken um damit die Waren gegen Wetterunbilden zu schützen. Das Comballo unterschied sich von der Gondola. Es war wesentlich spartanischer und eckiger, konnte bis zu 120 Tonnen transportieren und war damit das grösste Boot auf dem Comer See. Ausgestattet war es mit einem Mast und römischem Segel, das Steuer glich einem grossen Ruder, es war seitlich am Heck angebracht. Ebenfalls im Heck befand sich eine kleine Kabine, Tem genannt, daneben befanden sich einige Bögen um einen kleinen Teil des Schiffes abzudecken.

Der Rest blieb offen, da gewöhnlich Steine und Hözer transportiert wurden, also Materialien, die nicht gegen Regen geschützt werden mussten. Am Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die Zugverbindungen, im 19. Jahrhundert begann die Zeit des Automobils: die Land- verdrängten schrittweise die Wasserverbindungen. Die unnötig gewordenen Gondole und Comballi wurden durch Autos und Lastwagen ersetzt. Heute gibt es auf dem Comer See noch zwei Gondole: die Giulia und die Rosina, beide im Besitz der Familie Barindelli, verankert in der Mole von Loppia. Mit den grossen Booten verschwand auch das Wissen um ihre Konstruktion und die Fähigkeit, sie nach den Winden zu steuern: eine Welt, die über Jahrhunderte bestand, hat sich in wenigen Jahrzehnten aufgelöst!

Colico

Colico

Colico ist ein bedeutendes Urlaubsziel, wovon die ausgezeichnete Infrastruktur für die Gäste zeugt. Die für die Gegend typischen Winde machen die Gewässer von Colico zu einem ausgezeichneten Segelsport- und Windsurfing-Ort.

Colico

Insel Comacina

Insel Comacina

Ein Besuch auf der Insel lohnt sich besonders anlässlich des Festes der Lumaghitt am 24. Juni, an San Giovanni, mit Festbeleuchtung auf dem Comer See und einer Messe, die in den Ruinen der Basilika Sant'Eufemia zelebriert wird.

Insel Comacina

Bellagio

Bellagio

Bellagio liegt zu Füssen des zentralen Vorgebirges des Comer Sees und gilt als einer der schönsten Ferienorte überhaupt. Seine Schönheit wird seit dem 16.Jhdt. von italienischen und uns ausländischen Besuchern gerühmt.

Bellagio